Eine Ode an die Muttersprache

Badisch-elsässische Kulturwoche imfreche hus eröffnet / Freundschaftspreise als Überraschung

Zum Auftakt der badisch-elsässischen Kulturwoche fand am Freitag im "freche hus" ein Konzert mit Robert-Frank Jacobi und Anita Pirma-Lorin statt. Jacobi sang elsässische Lieder.  An seiner Seite : Akkordeonistin Pirma-Lorin, die dem Abend mit ihrem eindringlichen Spiel eine unnachahmliche Note verlieh.



Preisverleihung Im Rahmen der Auftaktveranstaltung für die badisch-elsässische Woche:
von links: Horst Graupe, Aline Martin, Robert-Frank Jacobi, Anita Pirma-Lorin und Cornella Bitsch.

VON MANUELA BIJANFAR

Oberkirch. Begrüßt wurde das zahlreich erschienene internationale Publikum von beiden Seiten des Rheins von Arthur Hilberer, dem Vorsitzenden des Theatervereins Burgbühne, und von Regisseurin
Cornelia Bitsch, die sich bei den Zuschauern für ihren Enthusiasmus bedankten. »Iwer de alte Rhin riwer« war Robert-Frank Jacobi gekommen, um für den elsässischen Dialekt als »us em Lewe gegriffene Sproch« zu werben. Oberkirch sei aufgrund seiner geographischen Lage und seiner Geschichte als Jahrhunderte lang zum Erzbistum Straßburg gehörende Stadt prädestiniert als Brücke zwischen dem Elsass und Baden. Tiefgang und Lebensfreude seien das verbindende Element der Menschen diesseits und jenseits des Rheins.
        Passend dazu lautete dann der Titel des ersten Liedes »l'amitié« (Freundschaft), die »wie eine Quelle«, »wie ä kla
res Bächel« oder »ä stilles Fierel« sein kann.
       
Voller schöner Naturbilder war das Lied, das vom »Kriz on de Stroß'«, vom »Stori sin Ei« und der Stadt im Sommer »wie sie lebt, wie sie schwitzt, wie sie klebt« erzählte. Die Mischung aus Robert-Frank Jacobis guter Liedermacherstimme, der Gitarrenbegleitung und den lautmalerischen Akkordeonklängen von Anita Pirma-Lorin erzeugten eine träumerisch-magische Stimmung, die die Zuschauer in ihren Bann zog. »Unseri Wurzle«, der Titel eines Liedes und des musikalisch-lyrischen Abends, spielte daraufan, dass der elsässische Dialekt auf jeden Fall erhalten werden muss und richtete sich »an die Herren in Paris«, die zeitweise so weit gegangen waren, die Muttersprache zu verbieten. Der Dialekt sei ein echter Spiegel der Gefühls-und Gedankenwelt der Elsässer, betonte Jacobi: "Jeder Mensch brucht sini Heimet."

Preisverleihung

       Die zweite Hälfte des Abends war geprägt von einer Preisverleihung und humorvollen Einlagen, die zumeist heiter, manchmal aber auch derb dargeboten wurden. Eine besondere Überraschung war das Solo von Anita Pirma-Lorin, die als Akkordeonistin eine echte Meisterin des traditionellen »Valse musette« ist. Jacobi und Pirma-Lorin gestalteten einen gelungenen, runden Abend, der neugierig auf den weiteren Verlauf der badisch-elsässischen Woche machte und vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Beim zweiten Teil des Abends sorgte Robert-Frank Jacobi für eine echte Überraschung. Er hatte zwei Preise dabei: Johanna Graupe und Cornelia Bitsch erhielten den badisch-elsässischen Freundschaftspreis, mit dem seit sechs Jahren Menschen ausgezeichnet werden, die sich um die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Im Rahmen der Preisverleihung würdigte Jacobi »das vielfältige Engagement« der beiden Akteurinnen. Beide erhielten eine Urkunde mit dem Symbol der Heiligen Ottilie.
      
Johanna Graupe konnte aufgrund einer Erkrankung den Preis nicht persönlich entgegennehmen, an ihrer Stelle nahm ihr Ehemann Horst die Auszeichnung in Empfang. Cornelia Bitsch bedankte sich auch im Namen ihrer Kollegin und freute sich über »die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die durch ihre Dauerhaftigkeit alte Vorbehalte und Ressentiments verschwinden lässt«.

Montag, 25. Februar 2013

Presse Robert-Frank Jacobi - Aacher-Rench Zeitung
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